MARKTABGRENZUNG

Themenübersicht

Die Abgrenzung des relevanten Marktes ist in der Regel der erste Schritt in der Wettbewerbsanalyse und kann für das Ergebnis von Wettbewerbsverfahren entscheidend sein. Die Marktabgrenzung ist sodann kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, um die Marktmacht von Unternehmen zu bestimmen. Deshalb soll der relevante Markt diejenigen Produkte umfassen, welche einen Wettbewerbsdruck aufeinander ausüben. Das klassische ökonomische Konzept, um diese Produkte zu identifizieren, ist der sogenannte SSNIP-Test (Small but Significant Non-Transitory Increase in Price). Gemäss diesem Test umfasst der relevante Markt alle Produkte für welche (und alle Regionen in welchen) es für einen gewinnmaximierenden hypothetischen Monopolisten profitabel wäre, den relativen Preis dauerhaft um 5-10 % zu erhöhen.

Doch wie ist dieser Test operationalisierbar? Sofern die notwendigen Daten vorliegen und es die zeitlichen Restriktionen erlauben, können hierzu quantitative Methoden (z.B. Preiskorrelationsanalysen, Critical Loss Analyse, Schockanalysen und Nachfrage- bzw. Elastitzitätenschätzungen) durchgeführt werden. In der Praxis spielen indes qualitative Methoden zur Marktabgrenzung (z.B. Informationen durch Befragungen von Kunden und Konkurrenten) eine zentrale Rolle, in welchen der SSNIP-Test lediglich als Gedankenexperiment zur Anwendung gelangt.

 

Debating Competition Dinner

Am 22. Oktober 2014 fand das 8th Debating Competition Dinner zum Thema der Marktabgrenzung statt. Der Titel der Veranstaltung lautete: "Marktabgrenzung: Entscheiden ökonomische Methoden das Wettbewerbsverfahren?". Die Impulsreferate wurden von Herren Dr. Marc Blatter (Leiter Ökonomie des Sekretariates der Wettbewerbskommission) und Dr. Yves Schneider (Bereichsleiter Finanzdienstleistungen Polynomics) gehalten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Frau Dr. Andrea Graber (Debating Competition). 

Herr Blatter legte dar, dass die Marktabgrenzung in der wettbewerbsrechtlichen Praxis in der Regel auf qualitativen Methoden beruht, und diskutierte damit verbundene Problembereiche und Lösungsansätze. Herr Schneider fokussierte dahingegen quantitative Methoden zur Bestimmung des relevanten Markts und ging dabei insbesondere auf Discrete-Choice Experimente ein.

Die Referenten haben sich freundlicherweise bereit erklärt, eine Zusammenfassung ihrer Referate zur Verfügung zu stellen:

 

Literatur

Die folgenden Beiträge bieten eine umfassende Übersicht über die wesentlichen Aspekte der Diskussion um die Marktabgrenzung:


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